Situation
Die Aquakultur hat weltweit eine lange Tradition. Hauptsächlich
handelt es sich hierbei um extensive Teichwirtschaften an Land
oder in Netzgehegen in Gewässern. Die intensive Aquakultur ist
noch ziemlich jung. Die ersten "Rezirkulierenden Aquakultur
Systeme" - kurz RAS genannt - stammen aus den 60er Jahren.
Fast alle RAS-Systeme bestehen aus Aufzuchtbecken und
außerhalb liegender Klärtechnik. Hierbei wird der gesamte
Wasserkörper zwischen Aufzuchtbecken und Klärtechnik
ständig umgepumt, was technisch aufwendig und kostspielig ist. Diese Technik wird überwiegend von Firmen angeboten, die
über geringe Erfahrung beim Fishfarming verfügen.
Beim modernen "Integrierten Rezirkulierenden Aquakultur System"
- kurz IRAS genannt - hingegen finden alle Klärprozesse direkt im Aufzuchtbecken statt. Die Schmutzfracht wird unmittelbar am
Entstehungsort, ohne aufwendiges Hin- und Herpumpen des
Wasserkörpers, biologisch unschädlich gemacht. Mit der
Sauerstoffversorgung der Fische wird gleichzeitig eine hohe
Strömung im Aufzuchtbecken erzeugt. So bleiben die Fische in
ständiger Bewegung und setzen Muskeln statt Fett an. Eine
ausgeklügelte, patentangemeldete Verfahrenstechnik reduziert
die Investitions- und Betriebskosten erheblich. Diese
IRAS-Entwicklung basiert auf sehr langer Praxiserfahrung.
Das Zuchtmilieu ist besser als in der Natur: Unbelastetes,
sauberes Wasser, optimale Sauerstoffversorgung, artgerechte
Temperatur, artgerechter Besatz und hochwertiges Futter
sorgen für ideale Wachstumsbedingungen. Medikamente,
Hormone, Genmanipulation und ähnlich künstliche Eingriffe sind
tabu. Aus eigenen nachwachsenden Ressourcen wird Futter
hergestellt. Die Besatzdichten entsprechen der jeweiligen Art
und werden regelmäßig veterinärärztlich überwacht. Mit
traditioneller Aquakultur ist IRAS überhaupt nicht vergleichbar.
Es bietet naturnahe Fischproduktion auf höchstem technischen
Niveau und geringsmöglicher Fläche. Etwaige Assoziationen
zu sonst üblicher Massentierhaltung sind unbegründet.
Analog zum Einsatzort werden zwei Grundsysteme unterschieden:
Indoor-Fishfarming ist die kontrollierte, artgerechte
Aufzucht von Fischen, Krusten- und Schalentieren in
geschlossenen Kreislaufsystemen innerhalb von Gebäuden.
Im Gegensatz zur weithin bekannten Teichwirtschaft, ermöglicht
es eine saison- und witterungsunabhängige Produktion
unterschiedlicher Warmwasserlebewesen.
Outdoor-Fishfarming eignet sich für die kontrollierte
Fischproduktion von Kaltwasserarten in Flüssen, Meeren
und Binnenseen, somit in offenen Gewässern. Schwimmende
Kreislaufanlagen oder "Teich-im-Teich"-Systeme klären das
Prozessabwasser ohne Belastung des umliegenden Wasserkörpers,
wie es bei herkömmlichen Netzgehegen der Fall ist. Zudem schützt
das System vor Feinden in der freien Natur.
Indoor-Fishfarming schont natürliche Wasser- und Bestandsressourcen.
Globale Nachteile wie Überfischung und Verschmutzung von Meeren und
Gewässern werden auf geniale Weise ausgeglichen. Ohne in natürliche
Abläufe einzugreifen, erhält der Markt an jedem Standort und zu jeder
Zeit lebendfrische Rohware in gleichbleibender Qualität. Lange
Transportwege und empfindliche Kühlketten, wie sie aus der
herkömmlichen Fischwirtschaft bekannt sind, werden durch die
IRAS-Technologie vermieden.
Fishfarming eignet sich hauptsächlich für die regionale
Produktion und Vermarktung. Es ist die vernünftige Alternative
zum weithin bekannten "Nahrungsmitteltourismus", bei dem
Nahrungsmittel kreuz und quer durch Europa gekarrt werden,
um dann "frisch" und teuer - oft sogar subventioniert - auf unseren
Tellern zu landen. Oder Fische werden mit hohem logistischem und
umweltwidrigem Aufwand aus Skandinavien, Afrika und Asien
importiert, obwohl sie besser und preiswerter hierzulande
herzustellen sind. Zudem ist Fishfarming die konsequente
Reaktion getäuschter Verbraucher auf immer wieder
aufflammende Lebensmittelskandale. So entsteht innerhalb
von Regionen eine transparente Wertschöpfung: Von der
Herstellung, über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung
von Speisefischen unter ökologischen und ökonomischen Aspekten.
Weitere Details finden Sie in der folgenden Projektskizze
Landwirtschaftliche Aquakultur
Einsatzbereiche für Fishfarming sind
- Landwirte als alternative Einkommensquelle, mit
- Biogasanlagen oder mit ungenutzten Räumen (in NRW sind 30 %
- der landwirtschaftlichen Gebäude ungenutzt - Quelle: LWK NRW)
- Gartenbaubetriebe zur ökologischen Diversifikation in Richtung
- Fisch und Hydrokultur (Hydroponic)
- Gastronomie- und Hotelleriebetriebe zur Versorgung mit
- frischer Rohware zwecks Weiterverarbeitung
- Kantinenbetriebe zur Selbstversorgung (Unternehmen,
- Behörden, Institutionen, Seniorenheime, therapeutische Einrichtungen)
- Fischer und Teichwirte zur Rationalisierung und Erweiterung
- bestehender Anlagen
- Zierfischhändler zur Haltung von Zierfischen (z. B. Koi)
- Private Interessenten an lebendfrischem Fisch oder
- gesundheitsbewusste Personen
- Industrieunternehmen mit Wärmeüberschuss
- Schwellen- und Entwicklungsländer zur essentiellen
- Eiweißgrundversorgung
- Kapitalanleger als renditeträchtiges Investment.
Die Wirtschaftlichkeit einer Fischfarm ist abhängig von einem
optimalen Farmmanagement und hängt hauptsächlich von folgenden Faktoren ab: Raumkapazität, Fischart, Produktionsvolumen,
Besatzplanung, Verarbeitung und Vermarktung der Rohware.
Bei der Errichtung von Fischfarmen verweisen wir auf die
Finanzierungsmöglichkeiten öffentlicher Fördermittel. Wir helfen
unseren Kunden bei der hierfür notwendigen Antragsstellung.
Beachten Sie bitte hierzu auch unsere Spezialseiten.